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Letzte Aktualisierung:

 

5.1.2017

Abfallkalender 2017

 

 

 

 

 


 

Das Meroder Wappen

Beschreibung

Das Wappen von Merode zeigt innerhalb eines blauen Dornenbordes in Gold vier rote Pfähle. Der Wappenschild entspricht der modernen französischen Form, dessen Ursprung im 14./15. Jahrhundert zu finden ist. (Senkrecht-rechteckig, unten abgerundet mit Zipfel; andere Wappenformen sind entsprechend des jeweiligen Jahrhunderts möglich)

Das Wappen ist gekrönt von der altdeutschen Grafenkrone.

Die Farbgebung entspricht den heraldischen Farben gelb, rot und blau. Gold wird in der Heraldik als gelb dargestellt.

 

 

Französischer Blason: D'or à quatre pals de gueules, à la bordure engreslée d'azur. Cimier un écusson aux armes entre un vol de gueules et d'or, ou un vol de gueules seulement.

 

Die Linie Scheiffart von Merode, inzwischen ausgestorben, führte das Wappen ohne den blauen Dornenbord. Beispiele siehe unten.

Zur Geschichte des Wappens

Das Meroder Wappen ist das Wappen des Hauses Merode. Es ist schon im frühen Mittelalter belegt. Dabei war zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert die Darstellung verschieden, d.h. es gab einmal vier, ein anderes mal fünf rote Balken im Wappen.

 

So siegelten z.B. folgende Personen mit der genannten Anzahl an Pfählen:

 

Name Anzahl der Pfähle
Werner III. von Merode (+1278) 5
Johann I. Scheiffart (Sohn des vorherigen) 4
Werner VI. führte zwei Siegel 4 / 5
Johann III. führte ebenfalls zwei Siegel 5 / 4
Karsil von Merode 4 / 5
Werner Scheiffart von Merode-Hemmersbach 5 / 4
Gerhard Beissel von Merode 5 / 4

 

 

Seit dem Ende des 13. Jahrhunderts siegeln alle Mitglieder der Familie mit vier roten Pfählen im Wappen.

 

 

Hier als Beispiel das Schöffensiegel der Grafschaft Merode unter Johann Philipp Eugen Reichsgraf von und zu Merode, Marquis von Westerlo. Es wurde zwischen 1694 und 1732 angefertigt und war bis mindestens 1784 in Gebrauch.

Unten Beispiele verschiedener Darstellungen des Wappens

1) mit blauem Dornenrand die Linie von Merode

2) ohne blauem Dornenrand die Linie Scheiffart von Merode (ausgestorben)

3) Ein Beispiel mit 5 statt 4 roten Balken im Wappen.

 

Die Sage vom Meroder Wappen

Die Sage aus der Sagensammlung

"Volkskunde des Jülicher Landes", 2. Teil, Sagen aus dem Indegebiet

von Heinrich Hoffmann, 1914

 

Vier Pfähle im Wappen Merode

Mündlich von Herrn Offermann.

 

Ein Graf von Merode-Westerloo war zur Zeit Feldmarschall beim österreichischen Kaiser. Einmal errang er mit seinem Heere in einer blutigen Schlacht einen glorreichen Sieg über die Feinde. Erfreut darüber, trat der Kaiser auf den Grafen zu, schlug ihm mit der blutbefleckten Hand auf die Schulter, so daß vier fingerbreite Streifen auf seinem Waffenrocke abgezeichnet waren, und sprach: „Da hast du auch dein Wappen.“ Von dieser Zeit an führt die gräfliche Familie vier rote Balken im Wappen. –

Andere führen die Entstehung der vier Balken im Wappen auf folgende Begebenheit zurück: Der Graf von Merode wurde einst in einer Fehde von einem Waffenfreude unterstützt. Der Waffenfreund erschlug den feindlichen Ritter, und nach kurzem Kampfe der entmutigten Feindeschar kam die feindliche Burg in ihre Gewalt. Nach diesem Erfolge sprengte der Freund auf den Grafen zu, schlug ihm mit seiner in Feindesblut getauchten Hand auf die Schulter und rief erfreut, indem er mit der anderen Hand auf die gefallene Burg zeigte: „Dein Feind, die dir so viel zu schaffen machte, ist erschlagen, und alles ist dein!“ Die vier roten Streifen, die auf seinem Waffenrocke sich abzeichnete, nahm der Graf von nun in sein Wappen auf.

 

 

Heinrich Hoffmann zog damals durch das Indegebiet und schrieb in den jeweiligen Dörfern die örtlichen Sagen nieder, woraus er ein zweibändiges Buch hervorbrachte.

Heute erzählt man sich die Sage im Ort so, dass die Rüstung bzw. der Waffenrock des Grafen Merode golden gewesen war. So erklärten sich die vier blutigen Finger auf dem goldenen Grund.

 

Die Meroder Flagge

Links: die historisch-originale Meroder Flagge

Rechts: ein moderner Zweifarb in Rot-Gelb mit aufgesetztem Meroder Wappen.

Erläuterungen:

Die historische Flagge ist schon in frühen Bildnissen überliefert.

So sehen Sie unten einen Kupferstich mit dem Wappen des Johann Philipp Eugen, Reichsgraf von und zu Merode, Marquis zu Westerlo (+1732).

Es gibt noch ein älteres Bild auf dem Werner von Merode und u.a. die Flagge abgebildet ist, in diesem Fall als Standarte.

Unten rechts sehen Sie das große Familienwappen der Prinzen von Merode, mit Abbildungen der Flagge.

Die moderne Flagge, zweigeteilt rot und gelb mit aufgesetztem Wappen, wurde 2013 entworfen.

Eine historische Überlieferung gibt es dafür nicht.

Die Einwohner des Ortes hielten als Hausfahnen einfache rot-gelbe Flaggen bereit. Diese waren relativ günstig zu bekommen. Die wenigstens lassen sich eine Flagge mit aufgesticktem Wappen nähen.
Mit moderner Flaggenproduktionstechnik ist es nun möglich dies zu annehmbaren Preisen herzustellen.

Moderne Flaggen stellen meistens eine Trikolore dar, so auch die Bundesflagge oder die französische Trikolore. Alte Fürstenhäuser haben in der Regel jedoch nur zwei Farben als Hausfarben. Die Preußen schwarz-weiß, der Vatikan gelb-weiß und die Meroder eben rot-gelb. Übrigens, das Bundesschild der Republik ist in den Farben schwarz-gelb. Die Bewehrung des Adlers ist rot, woher die Farben schwarz-rot-gold kommen.

Mit den alten Meroder Farben, dem alten Wappen und der modernen Art eine Flagge zu erstellen, entstand diese Flagge.

 

Beide Flaggen sollen als gleichberechtigt angesehen werden. Es soll lediglich der persönliche Geschmack entscheiden, welche Fahne man sich an das eigene Haus hängt. Für Merode stehen sie beide.